Totensonntag

Heute ist er letzte Sonntag im Kirchenjahr und das ist  hier bei uns im protestantischen Norden der Totensonntag; beziehungsweise - wie die evangelische Kirche heutzutage sagt - es ist der Ewigkeitssonntag. Ich finde, das ist ein komischer Name, denn es geht nicht um die Ewigkeit, sondern um die Erinnerung an die Toten.

Die Menschen sind in der vergangenen Woche auf den Friedhof gegangen oder sie gehen heute dorthin. Sie schmücken die Gräber ihrer Angehörigen mit Gestecken aus Tannengrün und Blumen. In den Kirchen werden die Namen derjenigen vorgelesen, die im letzten Jahr gestorben sind. 

Als sogenannter "stiller Feiertag" ist dieser Tag in allen deutschen Bundesländerngesetzlich geschützt. Aber davon merkt man kaum noch etwas, außer dass anscheinend in Gaststätten keine Bands spielen dürfen. Früher, als ich noch klein und der Weltkrieg noch nicht so lange vorbei war, da hörte man im Radio an diesem Tag nur verhaltene Musik und die ganze Stimmung war traurig und düster. Und das im November, wo die Tage bei uns sowieso dunkel und nebelig sind.

 

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Manchmal denkt man an so einem Tag auch an den eigenen Tod. Mir fällt dazu dieses Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff ein:

 

Der Todesengel

 

's gibt eine Sage, daß wenn plötzlich matt'

Unheimlich Schaudern Einen übergleite,

Daß dann ob seiner künft'gen Grabesstatt

Der Todesengel schreite.

 

Ich hörte sie und malte m

ir ein Bild

Mit Trauerlocken, mondbeglänzter Stirne,

So schaurig schön, wie's wohl zuweilen quillt

Im schwimmenden Gehirne.

 

In seiner Hand sah ich den Ebenstab

Mit leisem Strich des Bettes Lage messen,

- So weit das Haupt - so weit der Fuß - hinab!

Verschüttet und vergessen!

 

Mich graute, 

doch ich sprach dem Grauen Hohn,

Ich hielt das Bild in Reimes Netz gefangen,

Und frevelnd wagt' ich aus der Totenkron'

Ein Lorbeerblatt zu langen.

 

O, manche Stunde denk' ich jetzt daran,

Fühl' ich mein Blut so matt und stockend schleichen,

Schaut aus dem Spiegel mich ein Antlitz an -

Ich mag es nicht vergleichen; -

 

Als ich zuerst dich auf dem Friedhof fand,

Tiefsinnig um die Monumente streifend,

Den schwarzen Ebenstab in deiner Hand

 

Entlang die Hügel schleifend;

 

Als du das Auge hobst, so scharf und nah,

Ein leises Schaudern plötzlich mich befangen,

O wohl, wohl ist der Todesengel da

Über mein Grab gegangen!

 

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Die Bilder oben stammen aus Wikipedia

 

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Uetersen_Rasenurnenfeld_01.jpg&filetimestamp=20111120171513

 

 

 

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Stroh und Korn

Normalerweise ist Stroh nichts besonders Kostbares; eigentlich ist es sogar eher das Gegenteil: Man sagt, dass sich jemand an einen Strohhalm klammert, und das heißt, dass es da nicht viel zum Festhalten gibt; da hat jemand Stroh im Kopf, und damit ist gemeint, dass das Gehirn zum Denken fehlt; wenn einer oder eine leeres Stroh drischt, dann redet er oder sie dummes Zeug, und aus Stroh Gold machen, das kann auch nur das Rumpelstilzchen aus Grimms Märchen. 

Aber in der Probstei - einer Landschaft südlich von Kiel - da können die Dorfbewohner mit den Halmen etwas anfangen, die jetzt überall auf den Feldern geschnitten werden und aus denen das Korn heraus gedroschen wird. In der Probstei werden nämlich am Sonnabend die Probsteier Korntage eröffnet und dazu gehört ein Wettbewerb, welches Dorf die schönsten Strohfiguren aufstellt .

Ich erinnere mich, dass mir vor einigen Jahren zum ersten Mal beim Durchfahren durch die Dörfer der Probstei auffiel, dass am Straßenrand kleinere oder größere Figuren aus Stroh standen. Dieses Jahr habe ich schon viele Figuren wieder gesehen. Darunter war zum Beispiel eine große mit einer kleinen Schnecke, eine Szene mit Zelten und Menschen beim Camping oder ein Nachtwächter. Fotografiert habe ich die Szene aus der Geschichte von Stakendorf, die zeigt, wie die Dörfler einst die ungeliebten Steuereinnehmer vertrieben haben, und die Bendfelder Sehbrücke, der ein Teich mit einer Badenden gegenüberliegt - es gibt in der Nähe am Schönberger Strand eine "Seebrücke", die weit ins Meer hinein reicht, mit der möchten die Bendfelder offenbar gern mithalten ;-).

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Hafengeburtstag auf der Elbe

Jedes Jahr im Mai feiert die Hansestadt Hamburg den Hafengeburtstag. Dann ist an den Landungsbrücken der Teufel los: Es gibt eine "Freßmeile" mit vielen Buden und Ständen, wo man heiße Würstchen und Gegrilltes, fremdländische Speisen und Fischbrötchen kaufen kann, und natürlich dürfen die Stände, wo Bier gezapft wird, nicht fehlen. Die Menschen drängeln sich dann durch die sogenannte Hafenmeile und auf dem Wasser gibt es das "Schlepperballett", eine Ein- und Auslaufparade der vielen Schiffe, die zum Geburtstag auf Besuch nach Hamburg kommen, und natürlich auch ein großes Feuerwerk. 

Ehrlich gesagt, bin ich seit Ewigkeiten nicht mehr auf dem Hafengeburtstag gewesen, weil es mir da zu voll und ungemütlich ist. Aber meine Freundin Gunhild und ihr Mann Armin haben die Auslaufparade vom Elbdeich bei Wedel an sich vorüberziehen lassen und so kommt es, dass ich heute ihre Bilder hier veröffentlichen darf. Denn es ist wirklich sehr eindrucksvoll die großen Schiffe die Elbe hinab segeln oder fahren zu sehen. 

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Der Ritter Roland

Der Ritter Roland war ein treuer Vasall von Kaiser Karl dem Großen. Sein Ruhm wurde durch das Rolandslied überliefert und überdauerte die Jahrhunderte. Bei uns im Norden kann man den edlen Ritter auch heute noch antreffen.

 

Der berühmteste Roland steht zwar in Bremen auf dem Marktplatz, aber auch in Schleswig-Holstein gibt es zwei Städte, in denen eine solche Gestalt im Mittelpunkt steht:

 

Der steinerne Roland in Wedel nordwestlich von Hamburg wurde schon vor 500 Jahren als Zeichen dafür errichtet, dass die Stadt das Recht hatte, einen Markt abzuhalten. Er trägt Krone, Schwert und Reichsapfel. Dadurch wird er zugleich als Ritter und als Kaiser gekennzeichnet. Die Wedeler haben also offenbar Roland und Karl den Großen ein wenig zusammen gemischt, in dem Sinne von "doppelt hält besser"?. 

 

Der Roland in Bad Bramstedt nördlich von Hamburg, hält dagegen nur sein Schwert in der hoch erhobenen Rechten. Seine Aufstellung ist schon seit dem Jahr 1533 belegt. Allerdings stand hier zuerst ein hölzerner Roland, der erst hundertundfünfzig Jahre später durch die steinerne Figur ersetzt wurde, die noch heute an ihrem Platz steht. Wie in Wedel wurde auch hier - sozusagen vor dem Angesicht des "mächtigen" Ritters - ein großer Markt gehalten. Vor allem gingen hier Viehhändler ihren Geschäften nach, denn der historische Ochsenweg führte damals über Bad Bramstedt und über Wedel in den Süden. Aber es wurden auch Verträge bekräftigt und Streitigkeiten unter dem Roland geschlichtet. 

 

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Ei, Ei, Ei

Ostern ist der richtige Termin um etwas über Eier zu sagen (wer mehr dazu wissen will, sollte einmal bei Wikipedia nachschlagen):

Ich zum Beispiel koche jedes Jahr am Ostersonnabend Hühnereier hart und färbe sie bunt ein. Früher habe ich zehn bis fünfzehn Eier so behandelt. Inzwischen werden es meistens nur noch fünf, denn wir essen nicht mehr so viele hartgekochte Eier. Dazu kaufe ich dann noch Schokoladeneier und vielleicht auch den einen oder anderen Schoko-Osterhasen. 

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Aber das sind nicht die einzigen Eier um mich herum. Bei uns in der Gegend - und ich glaube überall in Deutschland und vielleicht sogar in ganz Europa? - hängen die Leute vor Ostern draußen in ihren Vorgärten bunte Eier auf. Manche pusten richtige Eier aus. Sie machen dünne Löcher an beide Enden und blasen so lange in das Ei, bis Eiweiß und Eigelb herauskommen. Die können dann als Rührei aufgegessen werden. Das leere Ei wird bemalt oder beklebt und es werden manchmal richtige kleine Kunstwerke daraus.

Die meisten Leute kaufen allerdings einfach die billigen Plastikeier, die draußen bei jedem Luftzug im Wind schaukeln. Früher wurden die bunten Eier nur im Wohnzimmer an blühende Zweige gehängt. Die Sitte sie auch draußen aufzuhängen, ist meines Wissens noch nicht so alt. Jedenfalls erinnere ich mich nicht, dass ich sie als Kind schon gesehen hätte.

Osterweihnachtsbaum

Den Tannenbaum mit den Ostereiern fand ich übrigens hier bei uns im Dorf und da habe ich mich natürlich gefragt, ob der oder die Besitzerin irgendwie mit der Jahreszeit und dem festlichen Anlaß durcheinander gekommen ist? 

25.4.2011 Dazu schreibt mir Karl jetzt:  "Ich verstehe gar nicht, was an dem Eierbaum bzw. dessen Besitzer so sonderbar sein soll. Es handelt sich einwandfrei um einen vom Osterhasen genmanipulierten Weihnachtsbaum." Ich glaube, da könnte er recht haben ...

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Holland im Norden - Friedrichstadt

Friedrichstadt liegt an der Eider, dem größten Fluss von Schleswig-Holstein. Gegenüber der Elbe ist dieser Fluss allerdings nicht gerade besonders breit. Wenn man in die Stadt kommt, fallen einem zuerst die vielen Kanäle, die rechtwinkeligen Straßen und die hübschen Häuser auf. Das liegt daran, dass diese Stadt von Holländern gebaut worden ist, die der damalige Herzog Friedrich III. in sein Land holte. Sie gehörten zur Glaubensgemeinschaft der Remonstranten, die in Holland damals verboten war. Der Herzog versprach ihnen religiöse Freiheit und dehnte diese später auch auf andere Religionsgemeinschaften aus. Er erhoffte sich davon eine wirtschaftliche Blüte seines Landes. 

So gibt es in der Stadt noch heute fünf verschiedene Glaubensgemeinschaften: Remonstranten, Lutheraner, Mennoniten, Katholiken und dänische Lutheraner haben hier ihre eigene Kirche. Bevor die Nationalsozialisten die Juden verschleppten und ermordeten, blühte auch das jüdische Leben in dieser Stadt. Heute erinnern nur noch die ehemalige Synagoge und zwei Friedhöfe an diese Zeit. 

Heute ist Friedrichstadt ein kleiner, verträumter Ort, der nur im Sommer durch die Touristen zum Leben erwacht. Ich war im Herbst dort, bin durch die stillen Gassen geschlendert, habe auf dem Friedhof die jüdischen Gräber gesucht und die Häuser mit ihren bunten Türen  fotografiert.

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Posted by warwara 

Lübeck - Weltkulturerbe

Wir haben hier oben im Norden nicht so viele großartige Kulturdenkmäler wie in den südlicheren Gefilden (poetischer Ausdruck für: Gegenden) Deutschlands. Deshalb ist die Hansestadt Lübeck ein großer Anziehungspunkt für Touristen. Aber auch als Einheimischer wandert man gern durch die Gassen der Altstadt und genießt das historische Straßenbild mit seinen kleinen Giebelhäusern. Mit dem Auto kommt man von Westen her direkt am Holstentor vorbei und kann dann an der Untertrave entlang fahren. Die Altstadt von Lübeck ist nämlich wie eine Insel von den zwei Armen des Flusses "Trave" eingeschlossen.

An der Untertrave grüßen die Figuren des moderen Kongresszentrums die Besucher. Sie wachen sozusagen über die historischen Segelschiffe, die hier festgemacht haben. An der nächsten Brücke liegt sogar ein alter Schwimmkran. Wenn man hier parkt, kann man durch eine der alten Gassen zur Breiten Straße hinaufbummeln. Dort steht die große Marienkirche und das historische Rathaus. Schön ist es auch weiter zum St. Annen-Museum zu gehen, das eine großartige Sammlung mittelalterlicher Altarbilder in seinen spätgotischen Klosterräumen beherbergt und zugleich eine moderne Kunsthalle besitzt. Man kann noch viel mehr besichtigen, wenn man Lust und Zeit hat. Aber es ist auch nett, zur Trave hinüberzugehen und zum Beispiel auf dem Restaurantschiff, das dort neben der Fußgängerbrücke liegt, einfach eine Pizza zu essen. (Auf diese Brücke zu gehen, macht auch Vergnügen, ihr Belag glitzert nämlich wie ein Sternenhimmel.)

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Posted by Barbara 

Schneetage

Der Winter ist wieder da. Dieses Jahr ist er früh zurückgekommen hier bei uns. In den letzten Jahren gab es im November/Dezember immer nur ein paar Tage lang Schnee und Eis und im Radio wurde immer wieder gefragt, ob es denn wohl "weiße Weihnachten" geben werde. Na, darum brauchen wir uns dieses Jahr keine Gedanken zu machen.

Zum Glück scheint selbst nach dem schlimmsten Schneetreiben irgendwann einmal wieder die Sonne. Heute war so ein Tag, den ich gleich ausgenutzt habe, um ein paar Bilder von der "weißen Pracht" zu machen.

Und jetzt überlege ich, wie weiß der Schnee in der deutschen Sprache eigentlich ist. Sagt man zum Beispiel, dass der Schnee weiß wie ein Brautkleid ist? Ich bin mir nicht sicher, aber vorhin habe ich eine Braut im Schnee gesehen!

Ganz bestimmt ist der Schnee weiß wie ein Leichentuch, da bin ich mir sicher. Außerdem ist nichts weißer als Schnee. Deswegen werben Waschmittelfirmen auch mit dem Wort "schneeweiß". Dabei fällt mir auch gleich das Märchen von "Schneeweißchen und Rosenrot" ein (findet man auf Wikipedia). Das ist genug für's erste! Auf jeden Fall sieht der Schnee und der Reif schön aus, finde ich!

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Posted by warwara 

Bunte Blätter

Jetzt sind die Bäume schon fast kahl. Vor ein paar Tagen war hier Sturm und so viel Regen, dass die Wiesen und Felder immer noch unter Wasser stehen. Aber nicht nur die Regentropfen sind vom Himmel gefallen: Es hat zugleich bunte Blätter geregnet.

Mir haben sie so gefallen, dass ich sie fotografiert habe. Hier folgt meine Auswahl: Das braune Laub der Eiche liegt schon zusammengeharkt auf dem grünen Rasen. Der Ahorn ist in diesem Jahr besonders schön rot - wir können uns hier im Norden fast mit dem kanadischen "Indian Summer" messen, finde ich! Es ist übrigens, wie ich nachgeschlagen habe, der weitverbreitete Feldahorn, der sich so stark gefärbt hat. Efeublätter sind immergrün und fallen nicht ab. So bilden sie einen kräftigen Kontrast zu den gelben und braunen Blättern, die schon zu Boden gefallen sind. Die Früchte des Feuerdorns leuchten weithin und die Azalee hat ihre letzten Blätter fast schöner gefärbt als ihre lachsfarbenen Blüten. Das Weinlaub beginnt gerade erst sich zu verfärben, denn es wächst an einer warmen Stelle. Die leuchtend roten Früchte der Hundsrose in den Hecken sind von den Vögeln schon angefressen. Die Äste der Zierkirsche sehen auch jetzt noch zierlich aus.

Zum Schluss erinnern mich die großen gelben Blätter der Zaubernuss daran, dass ihre Blüten als erste das Ende des jetzt nahenden Winters anzeigen werden.

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Posted by warwara 

Gendarmstien

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Posted by Barbara