Wandernde Handwerkergesellen
Auf der Straße sieht man manchmal junge Leute mit langen schwarzen Hosen, einer Samtweste, weißem Hemd und Krawatte sowie einem altertümlichen Hut und einem Stock. Das sind die wandernden Handwerksgesellen (es gibt inzwischen auch Gesellinnen). Die Tradition auf Wanderschaft zu gehen, gibt es schon seit dem Mittelalter.
Heute sind die Gesellen in sogenannten Schächten (merhzahl von Schacht, spezielle Bezeichnung für die Art ihrer Vereinigung) organisiert und müssen sich beim Wandern an bestimmte Regeln halten. Erst wenn sie ihre Lehrzeit - z.B. als Zimmerer, Tischler, aber auch als Schneiderin oder Steinmetz - beendet haben, können sie für zwei oder drei Jahre und einen Tag in die Fremde gehen. Dazu müssen sie aber ledig, kinderlos und schuldenfrei sein. Während der Wanderschaft dürfen sie kein eigenes Auto haben, sondern müssen zu Fuß gehen oder trampen und es gibt für sie eine Bannmeile von 50 Kilometern um ihrem Heimatort. Dorthin dürfen sie nicht gehen. Wenn die Reisezeit zu Ende ist melden sich die Wanderer "einheimisch" und es gibt ein großes Wiedersehensfest. Zuerst aber müssen sie wie bei der Abreise wieder über das Ortsschild klettern und die Flasche ausgraben, die sie vor drei Jahren dort eingegraben haben. Vor kurzem habe ich eine Gruppe Wandergesellen kennen gelernt. Sie treffen sich jedes Jahr eine Woche lang zu einem Seminar in Mühlhausen in Thüringen. Was sie dort diskutieren wollen, bestimmen sie selbst. Hier einige Bilder von ihrem Treffen in der Herberge AntoniQ, dem ältesten Krankenhaus Deutschlands. Im Internet berichtet übrigens Andre Heger von seiner Wanderschaft. http://www.andre-heger.de/8/index.html




