Wandernde Handwerkergesellen
Auf der Straße sieht man manchmal junge Leute mit langen schwarzen Hosen, einer Samtweste, weißem Hemd und Krawatte sowie einem altertümlichen Hut und einem Stock. Das sind die wandernden Handwerksgesellen (es gibt inzwischen auch Gesellinnen). Die Tradition auf Wanderschaft zu gehen, gibt es schon seit dem Mittelalter.
Heute sind die Gesellen in sogenannten Schächten (merhzahl von Schacht, spezielle Bezeichnung für die Art ihrer Vereinigung) organisiert und müssen sich beim Wandern an bestimmte Regeln halten. Erst wenn sie ihre Lehrzeit - z.B. als Zimmerer, Tischler, aber auch als Schneiderin oder Steinmetz - beendet haben, können sie für zwei oder drei Jahre und einen Tag in die Fremde gehen. Dazu müssen sie aber ledig, kinderlos und schuldenfrei sein. Während der Wanderschaft dürfen sie kein eigenes Auto haben, sondern müssen zu Fuß gehen oder trampen und es gibt für sie eine Bannmeile von 50 Kilometern um ihrem Heimatort. Dorthin dürfen sie nicht gehen. Wenn die Reisezeit zu Ende ist melden sich die Wanderer "einheimisch" und es gibt ein großes Wiedersehensfest. Zuerst aber müssen sie wie bei der Abreise wieder über das Ortsschild klettern und die Flasche ausgraben, die sie vor drei Jahren dort eingegraben haben. Vor kurzem habe ich eine Gruppe Wandergesellen kennen gelernt. Sie treffen sich jedes Jahr eine Woche lang zu einem Seminar in Mühlhausen in Thüringen. Was sie dort diskutieren wollen, bestimmen sie selbst. Hier einige Bilder von ihrem Treffen in der Herberge AntoniQ, dem ältesten Krankenhaus Deutschlands. Im Internet berichtet übrigens Andre Heger von seiner Wanderschaft. http://www.andre-heger.de/8/index.html
Als ich klein war, kannte ich Halloween nicht und verstand nicht, warum in den Comics von Donald Duck die Kinder Trick, Tick und Tack so gern sagten: "Süßes oder Saures".
Inzwischen ist Halloween seit ca. zehn Jahren auch bei uns angekommen. Am 31. Oktober kaufe ich Bonbons und Gummibärchen. Abends klingelt es dann und kleine Hexen, Gespenster und Vampire stehen vor der Haustür und sagen ihren Spruch auf. Die einen haben extra ein langes Gedicht gelernt und sind schön verkleidet und haben ihre Gesichter angemalt - das sind meistens die Mädchen -, andere haben nur einen alten Hut aufgesetzt und wissen wirklich nicht viel mehr zu sagen als "Süßes oder Saures". Bonbons bekommen sie alle von mir.
Wenn wir aber an Halloween nicht zu Hause sind, dann schließen wir unser Tor ab. Denn einmal haben uns die Kinder irgendeine Seife auf den Türgriff der Haustür geschmiert, als wir nicht da waren und also auch die Tür nicht geöffnet haben. Wie die Kinder aussehen, sieht man gut auf der Seite http://www.vohwinkel.net/feste/brauchtumsfeste.htm
Und hier wird*s spanisch: http://warwara.posterous.com/halloween-1392
Mit meinen Posts (auf Deutsch: Beiträge) komme ich vom Hölzchen aufs (auf das) Stöckchen (Einzahl: Holz - Stock). Das heißt, ich komme vom einen aufs andere: Also komme ich von Hoffmann von Fallersleben auf Helgoland. Auf der - damals englischen - Badeinsel verfasste der Dichter nämlich am 26. August 1841 das Lied der Deutschen, das im Oktober des gleichen Jahres erstmals öffentlich in Hamburg gesungen wurde.
Obwohl Helgoland eine Nordseeinsel ist, gehört es zu dem Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein, in dem auch ich wohne. Aber ich war seit mehr als 30 Jahren nicht auf Helgoland, weil es teuer und ein wenig schwierig ist dorthin zu fahren. Zum Glück war Karl, ein Freund aus München, gerade dort und so darf ich seine Bilder veröffentlichen. Man fährt morgens von Cuxhaven aus mit dem Ausflugsschiff los. Schon von weitem sieht man den roten Felsen der Insel. Vor der Insel müssen alle Passagiere in kleinere Boote (die Börteboote) umsteigen, weil die großen Schiffe nicht an die Anlegestelle im Hafen dürfen. Damit verdienen die Helgoländer einen Teil ihres Lebensunterhaltes. Die Insel teilt sich in ein Unter- und ein Oberland. Am Hafen im Unterland stehen viele kleine bunte Holzhäuser. Von dort steigt man hinauf aufs Oberland. Von oben kann man die Lange Anna sehen, einen freistehenden Felsen, der als das Wahrzeichen der Insel gilt.
Durch das Deutschlandlied bin ich jetzt auf das Motto "Wein, Weib und Gesang" gekommen, das früher auch als Trinkspruch auf fröhlichen Zechgelagen (Festen bei denen viel getrunken wird) zu hören war (Heute auch noch? Meine Studentenzeit ist schon etwas länger her.)
Wikipedia hat mir verraten, dass der Reformator, Martin Luther, angeblich schon gesagt hat: „Wer nicht liebt Wein, Weib, Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang“ (Narr = Tor). Allerdings stammt dieser Satz tatsächlich anscheinend erst aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Was mich noch mehr erstaunte: Dieses Motto ist überhaupt nicht besonders deutsch! Es existiert genausogut in vielen anderen Sprachen wie z.B. "Wine, women and song“ oder „Vino, mujeres y canciones“ oder „Vin, femme et chanson“, und nicht nur in Europa, nein auch die türkischen Männer rufen es sich zu und es ist sogar auf Urdu und im indischen Sprachraum verbreitet! Wer hätte das gedacht? Als Frau frage ich mich nun natürlich: Was riefen sich früher bloß die Frauen zu, wenn sie fröhlich feierten? "Wein, Mann und Gesang" klingt ja doch recht fremd in meinen Ohren. Das Bild stammt auch aus Wikipedia und dann habe ich auch noch dieses Lied auf youtube dazu gefunden, das die Gruppe "Streuner" singt.
Ich wollte noch weiter von Corvey erzählen. Wir haben natürlich auch das Klostergebäude besichtigt, das wie ein fürstliches Schloss gebaut ist. Es gibt ein Museum ud man kann mehrere historische Räume besichtigen. Darunter auch eine alte Küche mit einem Feuerplatz.
Aber am interessantesten fand ich die barocke Bibliothek mit ihren prächtigen Bücherschränken und dem Arbeitsplatz des Dichters Hoffmann von Fallersleben (1798-1874). Sein Grab ist draußen auf dem kleinen Friedhof.
Hoffmann von Fallersleben ist in Deutschland deswegen bekannt, weil er das „Lied der Deutschen”.geschrieben hat - also den Text, dessen dritte Stroßhe heute als Nationalhymne gesungen wird. Die meisten Deutschen kennen, glaube ich, nur diese Strophe und kaum einer weiß, dass die Melodie dazu von der älteren österreichischen Kaiserhymne "Gott erhalte Franz, den Kaiser" von Joseph Haydn stammt. Noch interessanter finde ich, das Haydn dafür möglicherweise ein kroatisches Volkslied verwendet hat. Wir haben also eine echt multikulturelle Hymne in Deutschland.